Wissenschaft

Anerkennung als soziale Innovation

Ich möchte auf ein wichtiges Buch hinweisen, das für sowohl für Betroffene und Selbsthilfegruppen als auch für Dozierende, Studierende der Sozialwissenschaften, Sozialarbeit und Sozialpädagogik, Sozialarbeiter*innen, Pädagog*innen und (Weiter-) Bildungseinrichtungen hochinteressant und wichtig ist.

Berufliche Bewältigungsstrategien und ‚Behinderung’. Undoing Disability am Beispiel hochqualifizierter Menschen mit einer Hörschädigung

Prof. Dr. Bernd Remmele erwähnt im Geleitwort:
„Die hier vorliegende Arbeit bietet einen tiefen Einblick in den zuweilen sehr trägen Prozess sozialer Innovationen.
Soziale Innovationen reagieren – so sie sich denn entwickeln – auf ein mehr oder weniger manifestes, aber einigermaßen aktuelles Problem.

Bildung und Professionalität als zentrale Ressourcen unserer Kultur sowie unserer wissensbasierten Wirtschaft schaffen die Grundlage für die Forderung nach Anerkennung, aber gerade auch für deren Gewährung. Es wird hier deutlich, dass es in unserer Gesellschaft nicht nur darum geht, den anderen (bloß) allgemeiner Form als Mensch anzuerkennen, sondern dass es für die gesellschaftliche Partizipation entscheidend ist, dass im gesellschaftlichen Rahmen auch eine Wertschätzung der spezifischen je eigenen Leistung und Leistungsfähigkeit erfolgt.
Letztlich handelt es sich um einen Prozess, der das Ziel hat, sich selbst unsichtbar zu machen. Es geht darum, den evaluativen Wahrnehmungshorizont zu erweitern und „Behinderung“ – leider zuerst nur in begrenzten organisationalen Rahmen – irrelevant und damit nicht-unnormal werden zu lassen- Es geht darum, das Konzept der Normalität zu erweitern und dadurch vor allem auch die dahinterliegende Normativität des So-und-nicht-anders zu entwerten, und somit insgesamt das Spektrum anerkannter Praxisformen inklusiver werden zu lassen.

Die Arbeit von Silvester Popescu-Willigmann arbeitet diesen Zusammen mit einem Blick für „Behinderung“ im Allgemeinen heraus- Es ist aber auch ein Modell für soziale Innovationen in anderen Bereichen. Ohne die Veränderung der Wahrnehmungs-, Interaktions- und Evalationsschemata – durch „Kampf“ oder durch „Alltag“ – bleiben diese bestenfalls auf der technischen Ebene stecken.“  

Prof. Dr. Ulrich Hase Remmele erwähnt im Geleitwort:
„Eine Vielfalt anerkennende Gesellschaft braucht Menschen mit Behinderung, die zu einer Umbesinnung herausfordern“

Ich bin davon überzeugt, je mehr Politiker sich z.B. mit diesem Buch auseinandersetzen und möglichst breit, parteiübergreifend diskussieren, werden wir endlich die Chance für einen spürbaren Schritt nach vorn schaffen.

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