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Jeder Mensch hat einen Förderanspruch!

Solange es Förderschulen gibt, bleibt die Inklusion im Arbeitsmarkt und in unserer allgemeinen Gesellschaft erschwert!


Arbeitsmarkt
Förderschüler ohne Bildungsabschluss haben im ersten Arbeitsmarkt kaum Chancen, wenn doch, dann meist nur mit staatlicher Unterstützung. Förderschüler mit Bildungsabschluss können zwar Chancen im regulären Arbeitsmarkt finden, jedoch zum großen Teil nur in einfachen und mittleren Einkommensgruppierungen, und dies auch fast nur bei öffentlich rechtlichen Arbeitgebern.
In höheren Einkommensgruppierungen und akademischen Berufen findet man kaum Förderschüler. Wenn doch, dann nur weil sie den Bildungsweg über eine Regelschule fortsetzten.
Warum gibt es für Förderschüler im privaten Arbeitsmarkt so wenig Inklusion?
Es fehlen soziale Kompetenzen, die nur mittels gemeinsamem Lernen ausreichend erworben werden können.
Wie sollen z.B. Personalchefs oder Arbeitgeber, die nicht gemeinsam mit Kindern mit Fördermehrbedarf gelernt haben, genügend soziale Kenntnisse im Umgang mit diesen haben?

Haupt-, Realschule und Gymnasium
Zwar bekommen bestimmte Schüler mit Fördermehrbedarf die Chance auf den Besuch einer Regelschule, jedoch kaum auf den Besuch eines Gymnasiums.

Einerseits aus dem Grund, dass bestimmten Kindern mit Fördermehrbedarf nicht zugetraut wird, das Abitur schaffen zu können, vor allem Kinder mit Downsyndrom, Autismus, Armut, Taubblinde u.w..

Andererseits haben Eltern die Sorge, dass die Entwicklung ihres Kindes ausgebremst würde, wenn ihr Kind gemeinsam mit einem Kind mit Fördermehrbedarf lernen soll.
Zukünftige Personalchefs oder Arbeitgeber kommen jedoch meistens über den Bildungsweg Gymnasium, kommen so kaum mit Kindern mit Fördermehrbedarf zusammen und können so gar nicht die erforderlichen sozialen Kompetenzen erlernen.
So bremst nicht nur das System Förderschule die inklusiven Prozesse im Arbeitsmarkt aus, sondern auch das parallele Bildungssystem.
Um die Inklusion im Arbeitsmarkt tatsächlich zu erreichen, ist es wichtig sich auch anzuschauen, wie das Bildungssystem in anderen Ländern ist.

Länder mit besonders hohen Inklusionsquoten
In Italien wurden Förderschulen und Sonderklassen schon vor über 30 Jahren abgeschafft. Alle Schüler werden bis zur 8. Klasse in den gleichen Bildungseinrichtungen unterrichtet …“
Auszug aus dem Artikel
http://www.diplomatisches-magazin.de/special-03-2014-de/?PHPSESSID=4ajm5f4q41ipckjbia7l7diif7

In den drei kanadischen Provinzen New Brunswick, Prince Edward Island und Québec wird ein anderes Modell zur Sonderpädagogik praktiziert:
„…Diese stellt einen Gegenentwurf zur in deutschsprachigen Kontexten vorherrschenden Profession der Sonderpädagogin bzw. des Sonderpädagogen dar, da sie sich „nicht über eine speziell auszuweisende Klientel, sondern über ihr spezifisches Wissen und Know
How definiert, welches die willkürliche Definitionsgrenze der Komposita mit „Sonder-“ obsolet macht…“

Sehr wichtig ist auch, wie der Förderbedarf definiert wird. Im internationalen Vergleich geht Kanada mit dem Begriff Inklusion am weitesten: „Every individual is equal before and under the law and has the right to the equal protection and equal benefit of the law without discrimination and, in particular, without discrimination based on race, national or ethnic origin, colour, religion, sex, age or mental or physical disability.”

Mehr zu den beiden obigen Punkten siehe bitte unter
http://www.inklusion-online.net/index.php/inklusion-online/article/view/196/202

Inklusion im Arbeitsmarkt und in unserer Gesellschaft
Wenn nun grundsätzlich jedes Kind gefördert wird, dann werden sicher eher alle Eltern bereit sein ihr Kind „ohne Fördermehrbedarf“ gemeinsam mit Kindern „mit Fördermehrbedarf“ lernen zu lassen.
So dass es später mehr private Unternehmen wie z.B. SAP, wo relativ viele Autisten Erfolg haben, geben wird.
Wir brauchen auch mehr gesellschaftliche Aufklärung, so dass wir die persönliche Leistung neu definieren. Z.B. in Spanien gibt es eine Stadträtin mit Downsyndrom. Wann sind wir ebenfalls dazu in der Lage?

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