Behinderung, Bundestag, Demokratie, EU, Flüchtlingspolitik, Frauen, Freiheit, Inklusion, Kultur, Menschenrechte, News, Philosophie, Soziales, Sprache, UN, Weltanschauung

nothing about us without us

Wird es in den demokratischen Parteien ausreichend gelebt für Frauen, Alte, Jugend, Arbeiter, Angestellte, Menschen mit allen verschiedenen besonderen Bedürfnissen, mit Migrationshintergrund, mit unterschiedlichen Weltanschauungen, verschiedenen sexuellen Orientierungen, etc.?
Es gibt noch gewaltig viel zu tun an deutlicher Verbesserung innerparteilicher Demokratie!
Dazu ärgert mich seit Jahren eine bestimmte Situation für Gehörlosenpolitik im Europaparlament als ein Beispiel.
Wir haben zwar zwei Abgeordnete im Europaparlament, die sich erfolgreich für mehr Teilhabe für gehörlose Menschen einsetzen. Beide sind selbst gehörlos.
Dadurch, dass sie für sich selbst als Gehörlose sprechen können, werden ihre besonderen Bedürfnisse überzeugender vermittelt.
Ich wurde schon verschiedenen EuropaparlamentsmitgliederInnen auf diese beiden angesprochen und wie schön es ist, die Gebärdensprache im Europaparlament erleben zu können.
Das ist richtig und sehr wichtig.
Das ist ein wichtiges Beispiel, warum wir dieses erfolgreiche Beispiel auch für andere Menschen mit besonderen Bedürfnissen erreichen müssen.
Allerdings,
der eine gehörlose Abgeordnete gehört in Ungarn der FIDISZ an, die andere gehörlose Abgeordnete gehört in Belgien der N-VA (Nieuw-Vlaamse Alliance) an.
Ich kenne keineN andereN gehörloseN SelbstvertreterIn von einer anderen Partei im EP.
Es ist ein krasser Widerspruch, wenn SelbstvertreterInnen zwar für sich sprechen können, zugleich jedoch andere Menschen, die „anders“ oder Flüchtlinge sind, ausgrenzen wollen.
Das ist das Gegenteil von Inklusion. Inklusion setzt gleichberechtigte Teilhabe für alle Menschen, ob sozial oder kulturell, voraus.
Warum hat sich bisher keine der demokratischen Parteien gewehrt mit eigenen SelbstvertreterInnen, zum Beispiel für gehörlose Menschen?
Gerade demokratische Parteien müssen ihre innerparteiliche Struktur dahingehend ausreichend verbessern, dass „nothing about us without us“ tatsächlich gelebt werden kann.

Dies ist auch ein weiteres und wichtiges Mittel, um rechtspopulistische, illiberale Parteien zu bekämpfen!

DSB, Soziales, Sprache

trans.SCRIPT: Qualifizierung zum/r Schriftdolmetscher/in

Meldung vom Deutschen Schwerhörigenbund:

Logo AZAV

Was heißt Schriftdolmetschen?

Schriftdolmetscher überwinden Sprach- und Kommunikationsbarrieren zwischen hörenden und hörgeschädigten Menschen, indem sie das gesprochene Wort (Lautsprache) in die geschriebene Sprache (Schriftsprache) übertragen. Sie erbringen eine Kommunikationsdienstleistung für Hörgeschädigte.

Schriftdolmetscher arbeiten bei Besprechungen, großen Konferenzen und Kongressen, bei Tagungen, bei Seminaren und in Einzelgesprächen im Beruf, bei Ämtern und Arztbesuchen sowie Krankenhausaufenthalten für hörgeschädigte Menschen.

 

Hintergrund

Die Anforderungen an Kommunikation und Flexibilität im gesellschaftlichen Leben und insbesondere auch im Arbeitsleben steigen stetig. Aufgrund des demographischen Wandels wird sich die Anzahl hochgradig schwerhöriger Menschen in der Zukunft erhöhen. In Deutschland leben ca. 1,2 Millionen hochgradig und an Taubheit grenzend schwerhörige Menschen (lt. Sohn). Davon sind mindestens 300.000 Menschen (lt. Statistischem Jahrbuch 2008) als Schwerbehinderte anerkannt.

In Deutschland gibt es bereits viel zu wenige ausgebildete und zertifizierte Schriftdolmetscher, die hörgeschädigte Menschen unterstützen, um ihre Teilhabe am gesellschaftlichen und am Arbeitsleben zu gewährleisten.

Auch vor dem Hintergrund, dass hörgeschädigte Menschen bei der Ausführung von Sozialleistungen, sowohl im medizinischen Bereich als auch im Beruf, einen Rechtsanspruch auf Kommunikationshilfen haben, ist es sinnvoll, weitere Schriftdolmetscher auszubilden, zumal der Bedarf ständig steigt.

 

Qualifizierungsmaßnahme zum Schriftdolmetscher/in

Der DSB e.V. bietet eine Qualifizierungsmaßnahme zum Schriftdolmetscher/in an. Grundlage ist selbständiges Lernen am Computer mit Präsenzveranstaltungen zur Vertiefung an verschiedenen Orten in Deutschland in Zusammenarbeit mit den Landesverbänden und Ortsvereinen.

 

Voraussetzungen zur Teilnahme an der Qualifizierung

  • mindestens Realschulabschluss oder Abitur oder vergleichbarer Schulabschluss
  • sehr gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift
  • Bereitschaft zur Arbeit und persönlichen Auseinandersetzung mit hörgeschädigten Menschen
  • Anschlagsleistung auf normaler PC-Tastatur von 240 Anschlägen pro Minute
  • gutes auditives Gedächtnis, gutes Richtungshören, Fähigkeit zum selektiven Hören
  • hohe Konzentrations- und Merkfähigkeit, schnelle Auffassungsgabe, schnelles Reaktionsvermögen
  • hohe soziale Kompetenzen und Empathiefähigkeit
  • sichere Beherrschung Microsoft/Office-Word unter Windows
  • gute Kenntnisse in der Nutzung von Internetbasierten Anwendungen (z.B. Chat, Pinnboard, Suchmaschinen)
  • lernfähig, motivationsfähig, flexibel im Denken und Handeln, gute Kommunikationsfähigkeit, Geschicklichkeit im Umgang mit Sprache
  • Bereitschaft zu räumlicher und zeitlicher Mobilität und Flexibilität

 

Qualifizierungsinhalte

  • Arten, Wechselwirkungen und Folgen von Hörschädigungen
  • Hörtaktik: Kommunikationsmethoden und -strategien Hörgeschädigter
  • Theorien, Verfahren und Techniken des Schriftdolmetschens
  • Berufsbild, Leistungs- und Einsatzfelder von Schriftdolmetscher
  • Dolmetschtechniken
  • Arbeitsplatztechnik und Vorbereitung von Einsätzen
  • EDV- und Schreibtraining
  • Rechtsgrundlagen des Schriftdolmetschens
  • Kommunikationskompetenz und -formen
  • Betriebswirtschaftliche Grundlagen
  • Selbstmanagement und Rollenverhalten
  • Gesundheitliche Aspekte des Schriftdolmetschens
  • zusätzlich Praktika und Hospitationen
  • Die TeilnehmerInnen werden im Rahmen einer Abschlussprüfung geprüft und für drei Jahre zertifiziert. Die Zertifizierung muss alle drei Jahre erneuert werden, wobei die laufende Berufspraxis nachgewiesen wird.

 

Eckpunkte der Qualifizierung

  • Das Ausbildungsangebot richtet sich an engagierte Menschen, die die Voraussetzungen zur Teilnahme erfüllen.
  • Die Ausbildungsdauer umfasst 9 Monate bei einer Mindestteilnehmerzahl von 10 Personen.
  • Die Ausbildung findet in Form von Teilzeit mit fünf Präsenzmodulen und einem Prüfungsmodul an Wochenenden statt. Hinzu kommen Aufgaben zur eigenen Bearbeitung und Praktika. Die Module setzten sich aus drei wesentlichen Komponenten zusammen: Theorieblock, Schreibpraxis sowie Praktika/Hospitationen (Theorie aus Medizin, Psychologie, Hörtaktik, Hörakustik, etc., Praxis, Schriftdolmetschübungen).
  • Die Auszubildenden werden durch erfahrene DozentInnen und E-TutorInnen begleitet, die auch die TeilnehmerInnenbetreuung in der Ausbildungszeit übernehmen.
  • Die Kosten der Ausbildung betragen 4.300 Euro, Ratenzahlung möglich.
  • Da es sich um eine AZAV- zertifizierte Bildungsmaßnahme handelt, gibt es die Möglichkeit – bei bestehendem Anspruch – einen Bildungsgutschein bei der zuständigen Agentur etc. zu beantragen.
  • Anreise/Ubernachtung zu den Präsenzveranstaltungen sind zusätzlich zu tragen, ein eigener Laptop ist erforderlich.
  • Die Präsenzveranstaltungen finden im Wechsel in verschiedenen Städten bundesweit statt.

 

Berufsaussichten für Schriftdolmetscher

Eine Bedarfsanalyse, warum für hörbehinderte Menschen Schriftdolmetscher benötigt werden, und wie groß deren Arbeitsmarkt für die bedarfsgerechte Versorgung der Zielgruppe in Verbindung mit den einschlägigen Gesetzen ist:

 

Vermittlung

Als Selbstständige/r bieten Sie Ihre Kommunikationsdienstleistung hörgeschädigten Menschen an. Vermittlungsorganisationen unterstützen Sie nach erfolgreichem Qualifizierungsabschluss dabei, dass Sie mit Ihrem Dienstleistungsangebot auch die hörgeschädigten Menschen erreichen und Aufträge bekommen.

 

Organisation und Durchführung

Ein neuer bundesweiter Kurs beginnt am 11.03.2016. Für Fragen oder eine Vormerkung für die Ausbildung wenden Sie sich bitte formlos per E-Mail an:

Gudrun Brendel
E-Mail: gudrun.brendel [@] schwerhoerigen-netz.de

oder an

DSB e.V. Bundesgeschäftsstelle
z.Hd. Frau Gudrun Brendel
Sophie-Charlotten-Straße 23a
14059 Berlin
Tel: (030) 47541114
Fax: (030) 47541116

 

Arbeit, Behinderung, Bildung, Freiheit, Inklusion, Kultur, Menschenrechte, Philosophie, Soziales, Sprache, UN, Weltanschauung, WHO, Wissenschaft

Jeder Mensch hat einen Förderanspruch!

Solange es Förderschulen gibt, bleibt die Inklusion im Arbeitsmarkt und in unserer allgemeinen Gesellschaft erschwert!


Arbeitsmarkt
Förderschüler ohne Bildungsabschluss haben im ersten Arbeitsmarkt kaum Chancen, wenn doch, dann meist nur mit staatlicher Unterstützung. Förderschüler mit Bildungsabschluss können zwar Chancen im regulären Arbeitsmarkt finden, jedoch zum großen Teil nur in einfachen und mittleren Einkommensgruppierungen, und dies auch fast nur bei öffentlich rechtlichen Arbeitgebern.
In höheren Einkommensgruppierungen und akademischen Berufen findet man kaum Förderschüler. Wenn doch, dann nur weil sie den Bildungsweg über eine Regelschule fortsetzten.
Warum gibt es für Förderschüler im privaten Arbeitsmarkt so wenig Inklusion?
Es fehlen soziale Kompetenzen, die nur mittels gemeinsamem Lernen ausreichend erworben werden können.
Wie sollen z.B. Personalchefs oder Arbeitgeber, die nicht gemeinsam mit Kindern mit Fördermehrbedarf gelernt haben, genügend soziale Kenntnisse im Umgang mit diesen haben?

Haupt-, Realschule und Gymnasium
Zwar bekommen bestimmte Schüler mit Fördermehrbedarf die Chance auf den Besuch einer Regelschule, jedoch kaum auf den Besuch eines Gymnasiums.

Einerseits aus dem Grund, dass bestimmten Kindern mit Fördermehrbedarf nicht zugetraut wird, das Abitur schaffen zu können, vor allem Kinder mit Downsyndrom, Autismus, Armut, Taubblinde u.w..

Andererseits haben Eltern die Sorge, dass die Entwicklung ihres Kindes ausgebremst würde, wenn ihr Kind gemeinsam mit einem Kind mit Fördermehrbedarf lernen soll.
Zukünftige Personalchefs oder Arbeitgeber kommen jedoch meistens über den Bildungsweg Gymnasium, kommen so kaum mit Kindern mit Fördermehrbedarf zusammen und können so gar nicht die erforderlichen sozialen Kompetenzen erlernen.
So bremst nicht nur das System Förderschule die inklusiven Prozesse im Arbeitsmarkt aus, sondern auch das parallele Bildungssystem.
Um die Inklusion im Arbeitsmarkt tatsächlich zu erreichen, ist es wichtig sich auch anzuschauen, wie das Bildungssystem in anderen Ländern ist.

Länder mit besonders hohen Inklusionsquoten
In Italien wurden Förderschulen und Sonderklassen schon vor über 30 Jahren abgeschafft. Alle Schüler werden bis zur 8. Klasse in den gleichen Bildungseinrichtungen unterrichtet …“
Auszug aus dem Artikel
http://www.diplomatisches-magazin.de/special-03-2014-de/?PHPSESSID=4ajm5f4q41ipckjbia7l7diif7

In den drei kanadischen Provinzen New Brunswick, Prince Edward Island und Québec wird ein anderes Modell zur Sonderpädagogik praktiziert:
„…Diese stellt einen Gegenentwurf zur in deutschsprachigen Kontexten vorherrschenden Profession der Sonderpädagogin bzw. des Sonderpädagogen dar, da sie sich „nicht über eine speziell auszuweisende Klientel, sondern über ihr spezifisches Wissen und Know
How definiert, welches die willkürliche Definitionsgrenze der Komposita mit „Sonder-“ obsolet macht…“

Sehr wichtig ist auch, wie der Förderbedarf definiert wird. Im internationalen Vergleich geht Kanada mit dem Begriff Inklusion am weitesten: „Every individual is equal before and under the law and has the right to the equal protection and equal benefit of the law without discrimination and, in particular, without discrimination based on race, national or ethnic origin, colour, religion, sex, age or mental or physical disability.”

Mehr zu den beiden obigen Punkten siehe bitte unter
http://www.inklusion-online.net/index.php/inklusion-online/article/view/196/202

Inklusion im Arbeitsmarkt und in unserer Gesellschaft
Wenn nun grundsätzlich jedes Kind gefördert wird, dann werden sicher eher alle Eltern bereit sein ihr Kind „ohne Fördermehrbedarf“ gemeinsam mit Kindern „mit Fördermehrbedarf“ lernen zu lassen.
So dass es später mehr private Unternehmen wie z.B. SAP, wo relativ viele Autisten Erfolg haben, geben wird.
Wir brauchen auch mehr gesellschaftliche Aufklärung, so dass wir die persönliche Leistung neu definieren. Z.B. in Spanien gibt es eine Stadträtin mit Downsyndrom. Wann sind wir ebenfalls dazu in der Lage?

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Diversity-Denken

Basierend auf das allgemeine Diversity-Denken, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definierte im Jahr 2001 (5 Jahre vor der Verabschiedung der UN Konvention für Menschen mit Behinderung):

„Jede Form körperlicher, seelischer, geistiger oder Sinnesbeeinträchtigung wird als normaler Bestandteil menschlichen Lebens und menschlicher Gesellschaft ausdrücklich bejaht und darüber hinaus als Quelle kultureller Bereicherung wertgeschätzt.“

Von dieser Aussage aus müssen wir auch sagen und auch tief in uns denken, es gibt keine Behinderte, sondern wir haben es mit Menschen zu tun, die behindert werden und sie bereichern uns, wenn wir es zulassen.

Und die Bereicherung wird am grössten, wenn wir alle sie alle auch wollen!

Behinderung, Bildung, EFHOH, EU, Europa, Freiheit, IFHOH, Inklusion, Menschenrechte, News, Soziales, Sprache, Umwelt, UN, UNESCO, WHO, Wissenschaft

Kurzbericht IFHOH Workshop 19. – 20.10.2015 in Kopenhagen

Liebe Freund*innen und Interessent*innen,

in Vertretung für HOB VoG nahm ich am Workshop „UN Konvention für Menschen mit Behinderung“, 19. und 20.10.2015 in Kopenhagen, teil und fasse die wesentlich Punkte kurz zusammen:
Sehr interessant fand ich unter anderem den Besuch durch eine Vertreterin für EDF (European Disability Forum), die uns über die Bedeutung der Ratifizierung der UN Konvention für Menschen mit Behinderung in der europäischen Politik berichtete. Es wird bald auch ein Bericht über den Stand der Umsetzung in einzelnen europäischen Ländern veröffentlicht werden, den man auf den UN und EDF – Internetseiten finden wird.
Technische Grundversorgung muss nicht eine optimale Versorgung heißen, was eben in den meisten europäischen Ländern der Fall ist!
Es war für mich deshalb auch nicht überraschend, dass die technische Grundversorgung in Belgien und Deutschland bei weitem noch nicht ausreichend ist.
Und, es gibt weitere Länder, wo die Umsetzung der UN Konvention für Menschen mit Behinderung auch für Hörgeschädigte noch besonders rückständig ist! In diesem Zusammenhang brach auch mal eine anwesende Vertreterin für ein bestimmtes europäisches Land zusammen und bekam einen Weinkrampf.
Zusammenfassend muss festgehalten werden, wie sehr Hörgeschädigte im europäischen Durchschnitt nach wie vor sehr diskriminiert werden und wie groß der Mangel an optimaler technischer und psychotherapeutischer Versorgung für Hörgeschädigte ist, so dass es nicht verwunderlich ist, dass es mehrere Betroffene gibt, die zwischen den Stühlen schwanken, entweder weiter den mühsamen Weg zur Teilhabe an der Lautsprache schaffen zu wollen oder sich weiterhin gesellschaftlich isolieren zu lassen.
In den meisten europäischen Ländern müssen die gesetzlichen Zuzahlungen für die Hörgeräte und CI deutlich verbessert werden, für Kinder und Erwachsene. Auch müssen die Therapien über eine deutlich längere Zeit laufen, um den Hörgeschädigten eine tatsächliche Teilhabe in der Gesellschaft zu ermöglichen!
Es ist sehr bitter erfahren zu müssen, dass es auch immer noch europäische Länder gibt, die sogar fast gar keine staatlichen Zuschüsse zu den erforderlichen Techniken geben, so dass mehrere Menschen das meiste an Technik Erforderliche selbst finanzieren müssen!
Im allgemeinen, die sogenannte technische Grundversorgung reicht bei weitem nicht aus und es gibt viel zu wenig Aufklärung über den optimalen Umgang mit Hörgeschädigten, so dass es noch viel zu wenig wirkliche Akzeptanz und Würdigung hörgeschädigter Menschen gibt, die einen höheren Hörschaden haben.
Solange Hörgeschädigte sich nur mit einer technischen Grundversorgung begnügen müssen, die gemäß den aktuellen gesetzlichen Bestimmungen jedoch bei weitem noch keine optimale Versorgung bedeuten, heißt es, dass Hörgeschädigte nicht optimal hören können, in vielen Fällen auch nicht ausreichend sprechen lernen können.
Ein weiterer Punkt ist, dass festgestellt wurde, wie sehr Menschen, die taub geboren wurden oder ertaubt sind, sich jedoch dann für ein oder zwei CI entscheiden, weil sie eben an der Lautsprache teilhaben wollen, diese oft deshalb diskriminiert werden.
In diesem Zusammenhang wurde im Workshop ein weiteres Beispiel gebracht. Nämlich, dass Eltern, die ein taubes Baby haben und sich überlegen, ob das Baby ein oder 2 CI bekommt.
Gerade Eltern, die selbst nicht taub sind, entscheiden sich grundsätzlich für eine OP für ihr Baby (im europäischen Vergleich wird hier mittlerweile in 90 bis 98% für eine OP entschieden, die auch meistens zum Erfolg führen).
Wir prüften im Workshop wegen der Diskriminierungen die Artikel der UN Konvention für Menschen mit Behinderung und können demnach die Befürchtungen bzw. Behauptungen nicht bestätigen, dass das Selbstbestimmtrecht des Babies verletzt würde.
Übrigens, um die Wichtigkeit ausreichender Politik für Hörgeschädigte tatsächlich zu gewährleisten, die Zahl der Hörgeschädigten nimmt aus Gründen des steigenden Durchschnittsalters und aus umwelttechnischen Gründen deutlich zu, während dank moderner Medizin immer mehr Hörgeschädigten medizinisch erfolgreich geholfen werden kann, fehlt es  „nur“ noch an tatsächlicher und ausreichender Akzeptanz aller hörgeschädigten Menschen in unserer Gesellschaft.
Behinderung, Bildung, EU, Europa, Inklusion, Menschenrechte, Philosophie, Soziales, Sprache, UN, Wissenschaft

Gemeinsam anders (Zeit-Artikel)

Obwohl ZEIT schon am 31.5.2012 einen sehr wichtigen Artikel zum Thema Inklusion veröffentlichte, das sind meine bisherigen Eindrücke, nach wie vor, setzen sich viel zu wenige Menschen, die sich für mehr inklusive Prozesse einsetzen wollen, mit dem Beispiel Italien auseinander.
Dieser Artikel zeigt sehr gut die für mich ganz entscheidenen Punkte auf.
Erst wenn wir auf diese näher und umfassender eingehen, werden wir in Deutschland vlt. endlich begreifen, warum die bisherige Inklusionspolitik kaum oder viel zu wenig die erwünschten bzw. erklärten Ziele erreichen kann.
Ich wünsche mir deshalb eine viel intensivere Auseinandersetzung mit diesem Artikel!

Es kommt im wesentlichen darauf an, dass unsere Gesellschaft insgesamt sich zu ihrer richtigen Haltung findet.

Da müssen wir hin!

Hier der Link zum Artikel Gemeinsam anders!