Liberalismus, Menschenrechte, Weltanschauung, Wissenschaft

Das Angelspiel …

Ein sehr guter Artikel von Lisa Reimann, der auch erklärt, woran wir noch immer arbeiten müssen und dass Inklusion sich eben NICHT nur auf Menschen mit Behinderung bezieht!

Auch wenn dieser Artikel schon fast drei Jahre alt ist, ist der aktuell, auch wie vor.
Wir sehen es an dem Nichtlernen vieler Behörden, Vereine, auch aller Parteien, die noch immer den Begriff „Integration“ verwenden!

Wie wir wissen, wie sehr die Sprache unser Denken und Handeln beeinflussen kann, denken wir genau nach, mit welchen Begriffen wir formulieren.
Es gibt Beispiele für Begriffe, die uns zumindest unbewußt in unserem Denken stark beeinflussen.
Ich nenne jetzt hier keine Beispiele, weil ich möchte, dass wir eben darüber nachdenken und uns kritischer mit unserer Sprache auseinander setzen!

http://inklusionsfakten.de/das-angelspiel-oder-woran-mich-unsere-gesellschaft-manchmal-erinnert/

Bildung, Menschenrechte, News, UN

10.12.1948 und die maximal mögliche Vielfalt mittels inklusiver Prozesse

 

Um die optimalen integrierenden Prozesse zur maximal möglichen Vielfalt erreichen zu können, brauchen wir insbesondere eine gemeinsame Sprache und Haltung.
Der 10.12.1948 ist auch deshalb historisch und grundlegend für alle weiteren rechtlichen und wissenschaftlichen Schritte zu einer erfolgreichen Inklusionspolitik.
Solange versucht wird Teilbereiche unserer Menschenrechte einzuschränken, werden insgesamt die Inklusionsprozesse ausgebremst.
Menschen, die etwas gegen z.B. die Flüchtlinge haben, sind i.d.R. die Ersten, die grundsätzlich etwas gegen das gemeinsame Lernen und Leben mit verschiedenen Menschen haben, sie wollen erst die eigenen Interessen durchsetzen.
Dabei kann die Inklusion nur funktionieren, wenn alle Menschen auch zu einem Kompromiss bereit sind und allen anderen Menschen die gleichen Rechte anerkennen.

Bildung, Frieden, Inklusion, Kinder, Kultur, News, Philosophie, Weltanschauung

Kulturelle und soziale Inklusion von palästinensischen und israelischen Kindern

Dieser Dokumenationsfilm ist ein erfolgreiches und wichtiges Beispiel, dass man über den Weg einer gemeinsamen Sprache, Tanz, Brücken bauen kann, auch zwischen verfeindeten Völkern.

Bekanntermaßen haben Kinder weniger Vorurteile und sind weniger von Hass geprägt. 

Die wichtige Frage an die Kinder zum Schluss dieses Films: Was ist das wichtigste, was Ihr vom Tanzwettbewerb mitnehmen könnt? „Vertrauen“

Das ist das, was wir wieder erlernen müssen!

http://www.dancinginjaffa.com/

Behinderung, Freiheit, Inklusion, Kunst, Menschenrechte, News, Philosophie, Soziales, UN, WHO

honigsüss (Lyrik von Marie-Celestine Cronhardt-Lück Giessen)

Herzlich Dank an Marie-Celestine Cronhardt-Lück , dass ich es hier posten darf!


honigsüß

meine sonne verdunkelt sich der 

morgen atmet trauer

meine hände zittern

ich sing mein lied

sing es still

weil keiner

es hören will

integration

inklusion

große worte

keine taten

verschlossene türen

keine auskünfte

der wind flüstert

hoffnung

verstummt

honigsüß wird

hart geurteilt

ausgegrenzt

zurückgewiesen

nicht verstanden

kämpfen macht so müde

ein inferno tobt in mir

ich wünsche mir

dass 

die die an den schaltstellen sitzen

„1 jahr in meinen schuhen laufen“

wer ist gescheitert

unser system oder ich

persönliches budget

sozialstation

integration

inklusion

es tut mir leid

dafür sind wir nicht zuständig

meine mutter denkt immer

ich merke es nicht

wenn sie wieder einmal

für mich weint

über die vielen

neins

über den paragraphendschungel

der so voll wilder tiere ist

dass man daran

scheitern muss

lange hab ich überlegt

soll ich die welt

konfrontieren mit mir

und all denen

die keine worte finden

deren hände zittern

deren sonnen morgens

schon untergehen

die das flüstern des windes

nicht hören können

die der paragraphendschungel

erschöpft

weil zu viel zeit

zu viel trauer atmet 

dann …

dachte ich

was macht die welt mit mir

mit uns

die am rande leben

sie macht die augen zu

reitet auf schlüpfrigen

paragraphen

von amtsstube

zu amtsstube

schmettert ab

honigsüß

Inklusion

Neue Bundespräsidentin oder neuer Bundespräsident? Wer?

Was ich mir für eine Bundespräsidentin oder einen Bundespräsidenten wünsche?
Ideal wäre ein Mensch mit der Behinderung, der ganz besonders geringschätzt wird. Denn, wie es auch in den verschiedenen Parteien erlebt werden muss, werden verschiedene Behinderungsarten nicht gleichberechtigt unterstützt und gleichermaßen wertgeschätzt.

Es ist falsch bestimmte Behinderungsarten zu emanzipieren, wenn dadurch andere benachteiligt werden.

Es ist verdammt schwierig als SelbstbetroffeneR einer bestimmten Behinderung sich auch gleichermaßen für die Belange anderer Menschen mit anderen Behinderungen einzusetzen.

Deswegen gilt auch, nothing about us without us.

Man muss jeder gesellschaftlichen Gruppierung die gleiche Stimme geben können.

Ich wünsche mir und denke deshalb an Beispiele wie z.B. an eineN TaubblindeN, einen Menschen mit Downsyndrom etc, also an einen Menschen, der ganz besonders vom Ausschluss bedroht ist.

Es gibt in der Tat unter diesen Menschen mit ganz besonderen Fähigkeiten, die man nicht so schnell vermuten würde.

Ja, Fortschritt setzt Mut voraus. Und was spricht eigentlich dagegen in der Tat mal es zu versuchen?

Und, um eben die genau diese Vielfalt in unserer Gesellschaft zu repräsentieren, glaubwürdig und nachhaltig, brauchen wir eine Präsidentin oder Präsidenten, der/die eben in der Lage ist sich mit genügend Empathie für die Verschiedenartig und Vielfalt einsetzen zu können.

Auch wenn es sich schwer anhört, es gibt solche Menschen in verschiedenen und außerhalb von Parteien, vor allem dann, wenn man die Augen wirklich öffnet.

Und ganz besonders wichtig ist, wie Richard von Weizsäcker und Joachim Gauck es versuchten, es ihnen auch insgesamt gut gelang, den Willen zum Brückenbau, national und international.

Behinderung, Bildung, Freiheit, Inklusion, Kultur, Menschenrechte, Philosophie, Soziales

Kultur der Beinamputierten

Es gibt Menschen, die keine Beine haben und deshalb sich nur auf dem Boden liegend vorwärts bewegen können. Es werden diesen Menschen Prothesen und Rollstühle zur Barrierefreiheit und zu mehr Teilhabe an unserer Gesellschaft angeboten.

Einige von ihnen nehmen die Angebote an, andere wollen jedoch lieber eine eigene Kultur gründen.

Es gibt also Menschen, die wünschen mehr integrierende Inklusion, andere lieber mehr separierende Inklusion.

Ich denke, es liegt auf der Hand, welche Pflicht der Staat und welche Aufgaben die Gesellschaft hat.

Arbeit, Behinderung, Bildung, Freiheit, Inklusion, Kultur, Menschenrechte, Philosophie, Soziales, Sprache, UN, Weltanschauung, WHO, Wissenschaft

Jeder Mensch hat einen Förderanspruch!

Solange es Förderschulen gibt, bleibt die Inklusion im Arbeitsmarkt und in unserer allgemeinen Gesellschaft erschwert!


Arbeitsmarkt
Förderschüler ohne Bildungsabschluss haben im ersten Arbeitsmarkt kaum Chancen, wenn doch, dann meist nur mit staatlicher Unterstützung. Förderschüler mit Bildungsabschluss können zwar Chancen im regulären Arbeitsmarkt finden, jedoch zum großen Teil nur in einfachen und mittleren Einkommensgruppierungen, und dies auch fast nur bei öffentlich rechtlichen Arbeitgebern.
In höheren Einkommensgruppierungen und akademischen Berufen findet man kaum Förderschüler. Wenn doch, dann nur weil sie den Bildungsweg über eine Regelschule fortsetzten.
Warum gibt es für Förderschüler im privaten Arbeitsmarkt so wenig Inklusion?
Es fehlen soziale Kompetenzen, die nur mittels gemeinsamem Lernen ausreichend erworben werden können.
Wie sollen z.B. Personalchefs oder Arbeitgeber, die nicht gemeinsam mit Kindern mit Fördermehrbedarf gelernt haben, genügend soziale Kenntnisse im Umgang mit diesen haben?

Haupt-, Realschule und Gymnasium
Zwar bekommen bestimmte Schüler mit Fördermehrbedarf die Chance auf den Besuch einer Regelschule, jedoch kaum auf den Besuch eines Gymnasiums.

Einerseits aus dem Grund, dass bestimmten Kindern mit Fördermehrbedarf nicht zugetraut wird, das Abitur schaffen zu können, vor allem Kinder mit Downsyndrom, Autismus, Armut, Taubblinde u.w..

Andererseits haben Eltern die Sorge, dass die Entwicklung ihres Kindes ausgebremst würde, wenn ihr Kind gemeinsam mit einem Kind mit Fördermehrbedarf lernen soll.
Zukünftige Personalchefs oder Arbeitgeber kommen jedoch meistens über den Bildungsweg Gymnasium, kommen so kaum mit Kindern mit Fördermehrbedarf zusammen und können so gar nicht die erforderlichen sozialen Kompetenzen erlernen.
So bremst nicht nur das System Förderschule die inklusiven Prozesse im Arbeitsmarkt aus, sondern auch das parallele Bildungssystem.
Um die Inklusion im Arbeitsmarkt tatsächlich zu erreichen, ist es wichtig sich auch anzuschauen, wie das Bildungssystem in anderen Ländern ist.

Länder mit besonders hohen Inklusionsquoten
In Italien wurden Förderschulen und Sonderklassen schon vor über 30 Jahren abgeschafft. Alle Schüler werden bis zur 8. Klasse in den gleichen Bildungseinrichtungen unterrichtet …“
Auszug aus dem Artikel
http://www.diplomatisches-magazin.de/special-03-2014-de/?PHPSESSID=4ajm5f4q41ipckjbia7l7diif7

In den drei kanadischen Provinzen New Brunswick, Prince Edward Island und Québec wird ein anderes Modell zur Sonderpädagogik praktiziert:
„…Diese stellt einen Gegenentwurf zur in deutschsprachigen Kontexten vorherrschenden Profession der Sonderpädagogin bzw. des Sonderpädagogen dar, da sie sich „nicht über eine speziell auszuweisende Klientel, sondern über ihr spezifisches Wissen und Know
How definiert, welches die willkürliche Definitionsgrenze der Komposita mit „Sonder-“ obsolet macht…“

Sehr wichtig ist auch, wie der Förderbedarf definiert wird. Im internationalen Vergleich geht Kanada mit dem Begriff Inklusion am weitesten: „Every individual is equal before and under the law and has the right to the equal protection and equal benefit of the law without discrimination and, in particular, without discrimination based on race, national or ethnic origin, colour, religion, sex, age or mental or physical disability.”

Mehr zu den beiden obigen Punkten siehe bitte unter
http://www.inklusion-online.net/index.php/inklusion-online/article/view/196/202

Inklusion im Arbeitsmarkt und in unserer Gesellschaft
Wenn nun grundsätzlich jedes Kind gefördert wird, dann werden sicher eher alle Eltern bereit sein ihr Kind „ohne Fördermehrbedarf“ gemeinsam mit Kindern „mit Fördermehrbedarf“ lernen zu lassen.
So dass es später mehr private Unternehmen wie z.B. SAP, wo relativ viele Autisten Erfolg haben, geben wird.
Wir brauchen auch mehr gesellschaftliche Aufklärung, so dass wir die persönliche Leistung neu definieren. Z.B. in Spanien gibt es eine Stadträtin mit Downsyndrom. Wann sind wir ebenfalls dazu in der Lage?

Bundesregierung, Freiheit, Inklusion, Menschenrechte, Soziales, UN, WHO

Lieber Weihnachtsmann und Inklusion

Lieber Weihnachtsmann,
ich finde es so ungerecht, dass ich Glück hatte und andere nicht.
Während meiner Schulzeit war ich fast durchgehend Klassensprecher, vor allem in der Sonderschule (heute heißt es beschönigend Förderschule), um mich für meine Klassenkameraden einzusetzen, dann gelang mir mit Glück die Weiterbildung auf ein Gymnasium (Schwerpunktschule für Hörgeschädigte.) Erst seit diesem Sprung konnte und kann ich die nötige Akzeptanz und Würdigung meiner Person trotz an die Taubheit grenzende Schwerhörigkeit und Ertaubung seit über 20 Jahren finden.
Vor allem erst mit diesem wichtigen Sprung kam ich zu einem deutlich besseren Sprach- und Sprechvermögen.
Es ist ungerecht und äußerst deprimierend, dass ich fortlaufend erleben muss, während ich „Glück“ hatte, dass jedoch noch immer Menschen in der Ausbildung, deshalb auch folglich in der Gesellschaft, ausgegrenzt werden und dass noch immer vor allem Eltern, beeinflusst von falschen Beratungen durch eben vor allem Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen, denken, es sei richtig ihr Kind besser in die Förderschule zu schicken.
Es ist frustrierend, dass nachdem schon seit so vielen Jahren versucht wird aufzuklären, inzwischen die allgemeine neoliberale Haltung sich immer mehr durchsetzte.
Denn, ich schaffte den Sprung zur gleichberechtigten Teilhabe eben nicht durch das primäre Ziel einer technisch optimalen Versorgung, sondern eben durch das primäre Ziel einer ausreichenden gesellschaftlichen Akzeptanz.
Das ist genau das, worauf es grundsätzlich zuerst ankommt.
Ich kämpfe nun schon seit mindestens 1968 gegen die „Förderschulen“.
Dass der Kampf schwer war, sieht man daran, dass es noch immer Förderschulen gibt.
Das ist ein Drama.
Ich wünsche mir, lieber Weihnachtsmann, dass inklusive Bildung kein Märchen mehr bleibt.

Hier der Link zum Artikel, der mich dazu bewog den obigen Text zu schreiben

Behinderung, Bildung, Freiheit, Inklusion, Kultur, Menschenrechte, Philosophie, Soziales, Sprache, UN, Weltanschauung, WHO, Wissenschaft

Diversity-Denken

Basierend auf das allgemeine Diversity-Denken, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definierte im Jahr 2001 (5 Jahre vor der Verabschiedung der UN Konvention für Menschen mit Behinderung):

„Jede Form körperlicher, seelischer, geistiger oder Sinnesbeeinträchtigung wird als normaler Bestandteil menschlichen Lebens und menschlicher Gesellschaft ausdrücklich bejaht und darüber hinaus als Quelle kultureller Bereicherung wertgeschätzt.“

Von dieser Aussage aus müssen wir auch sagen und auch tief in uns denken, es gibt keine Behinderte, sondern wir haben es mit Menschen zu tun, die behindert werden und sie bereichern uns, wenn wir es zulassen.

Und die Bereicherung wird am grössten, wenn wir alle sie alle auch wollen!